Theisbergstegen

Landkreis Kusel

Rheinland-Pfalz

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Prot.Pfarrkirche (Kirchstraße 29)
Seit 1323 ist die Pfarrei Deinsberg urkundlich greifbar, doch muß sie sehr viel älter sein und zu den ersten Pfarreien entlang des Glan gerechnet werden. Das den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Gotteshaus war im Jahre 1393 Mutterkirche von elf Gemeinden rechts des Glan und hatte Kapellen in Bosenbach, Neunkirchen am Potzberg und Niedermohr, später auch in Gimsbach. 1538 erfolgte die Einführung der Reformation, 1567 die Abtrennung von Neunkirchen, vor 1575 die von Bosenbach.
m Jahre 1600 kamen Haschbach und Stegen mit dem Wechsel an die Linie Pfalz-Veldenz zur Pfarrei, 1818 noch Godelhausen von der Pfarrei Kusel nach Theisbergstegen. Gleichzeitig wurden Gimsbach, Matzenbach und Bettenhausen ausgepfarrt. 1956 gliederte man Mühlbach nach Altenglan aus und pfarrte dafür Etschberg ein. Heute gehören zur Gemeinde die Orte Theisbergstegen, Godelhausen, Etschberg, Haschbach und Rutsweiler am Glan.
Die Kirche erhebt sich auf einem mit starken Substruktionsmauern gesicherten, künstlichen Plateau, das bis 1876 als Friedhof diente. Der mit einem hohen Halbwalmdach gedeckte, rechteckige Baukörper wendet sich mit drei Fensteröffnungen nach Süden, den Chorraum belichten zwei Fenster in der Ostwand. Wohl wegen der vor die Nord- und Westwand gesetzten Empore wurde auf der Nordseite auf große Wandöffnungen verzichtet. Lediglich zwei kleine, hoch angebrachte Rechtecköffnungen belichten deren Nordwestecke sowie ein wohl im 19. Jh. in die Wand nQben den alten Turm gesetztes Maßwerkfenster des 14. Jh.. Den ältesten Teil des Kirchengebäudes stellt das auf der Nordseite des Altarraums gelegene Untergeschoß eines romanischen Chorflankenturms dar, von dem beim Abbruch 1945 nur das Erdgeschoß erhalten blieb. Der östlich von ihm, über der Ecke errichtete, heutige Turm wurde 1954 nach Planen des Staatlichen Hoch­bauamts Kaiserslautern (Oberregierungsbaurat Goliwitzer) ausgeführt. Wohl im 14. Jh. ist die mächtige Südwand des Turmes ausgenischt und mit der heute noch vorhandenen spitzbogigen Arkade versehen worden (das Ausbrechen der ganzen Wand geschah erst 1927); gleichzeitig dürfte, ähnlich der Veränderung des Chorraums in Altenkirchen, auch das heute auf der Nordwand des Langhauses befindliche Maßwerkfenster für den neuen Chor angefertigt worden sein. 1833/34 kam es unter Leitung von Bauschaffner Schmeisser zu einer durchgreifenden Renovierung, die bis heute das Erscheinungsbild der Kirche bestimmt. Die alten Fenster wurden herausgenommen und durch Rundbogenfenster ersetzt sowie der alte Chorraum abgebrochen und durch den heutigen Rechteckchor ersetzt. An dem auf diese Weise barockisierten, flach gedeckten Saal bezeugen nur noch die beiden spätgotischen Eingangsportale im Süden und Westen und die genaste, spitzbogige Wandnische in der südlichen Außenwand, daß es sich hier nicht um einen Neubau des 18. Jh. handelt. Von der spätgotischen Ausstattung sind ein schönes, kechförmiges Taufbecken und eine Sakramentsnische erhalten geblieben sowie eine 1430 datierte Glocke. Aus dem 18. Jh. stammt der klassizistische Orgelprospekt auf der Westempore, in dem sich seit 1966 ein Werk der Gebr. Oberlinger befindet.

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